Volunteers in Afrika

Volunteers in Afrika

Ein toller Bericht von zwei Volunteers, die im Southern African Wildlife College freiwillige Arbeit entrichten. Danke für Euren Einsatz!

Die Frage, die uns häufig gestellt wird, nämlich wie unser Alltag aussieht und was unsere Aufgabe ist, kann nur schwer in einer kurzen Antwort zusammengefasst werden. Daher haben wir uns entschieden, einen kleinen Bericht zu schreiben, um auf diesem Weg einen Einblick zu geben, wie wir eine Woche im Southern African Wildlife College erleben.

Der Tag beginnt meistens um 07:00 Uhr am Frühstückbuffet. Dario musste schon am ersten Tag am eigenen Leibe erfahren, dass hier im College gewisse Ausnahmesituationen stattfinden können – ein Streik im Nachbarsdorf legte den gesamten Betrieb lahm. Dieser Vorfall führte uns vor Augen, dass die Kommunikation und Planung in einer Institution nicht die gleiche Aufmerksamkeit geniessen wie in der Schweiz. Dafür wurde umso mehr die Improvisations- und Teamfähigkeit des Colleges unter Beweis gestellt. Dies wurde uns gezeigt, als wir unsere Teamchefin beim Karotten schälen in der Küche antrafen.

Nach dem Frühstück begeben wir uns in das sogenannte Ressource Centre, wo sich unsere Arbeitscomputer befinden. Meistens arbeiten wir an verschiedenen Sammlungen beispielsweise von Schmetterlingen, verschiedenen grafischen Arbeiten, kurzen Projekten, Einüben von GPS Programmen oder das Erstellen einer Staff Liste. Manchmal nimmt es den ganzen Tag in Anspruch, doch oft ergeben sich im Laufe des Tages Möglichkeiten an anderen Aktivitäten des Colleges teilzunehmen.
Häufig begleiten wir eine Studentenklasse des „Professional Hunting“ Kurses auf ihren täglichen Bush-Walks. Die Tatsache, dass wir von erfahrenen Lehrern einiges über die Naturwelt Südafrikas erfahren dürfen, erfüllt uns mit Freude. Diese Erfahrungen stehen nicht jedermann zu Verfügung.

Ein Erlebnis der anderen Art war, als Parkranger uns auf einen toten Elefanten in unmittelbarer Umgebung aufmerksam machten. Bei der Entdeckung eines Kadavers ist es wichtig, dass die Stosszähne möglichst schnell entfernt werden, um der Wilderei zuvorzukommen. Bekanntlich handelt es sich bei Elfenbein um begehrtes Gut auf dem Schwarzmarkt. Nach Schätzungen der Ranger starb der Elefant ca. zwei Tage zuvor an Altersschwäche. Über diese Tatsache waren wir äusserst erstaunt, da die Verwesung bereits sehr fortgeschritten war. Aufs Anhängen von Geruchsproben haben wir zum Wohle aller Leser verzichtet.
Der Handel mit Elfenbein ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen, da sich die Wilderei zurzeit fast nur noch auf das Nashorn konzentriert. Die Anzahl getöteter Nashörner ist vor allem in den letzten fünf Jahren exponentiell gestiegen. Ein Kilo Horn ist auf dem asiatischen Schwarzmarkt aktuell mehr Wert als Gold oder Kokain. Grund genug für viele Wilderer, ihr Leben zu riskieren um aus ihrem Armutselend zu entfliehen. Es ist klar, dass die gesamte Bevölkerung und die Nationalpärke von diesem Problem betroffen sind. Somit bemüht sich auch das College effizient gegen die Wilderei vorzugehen. Um der Sache Herr zu werden, organisiert man tagsüber Patrouillenflüge um die Nashörner flächendeckend zu lokalisieren.

Dadurch können Bodentruppen auch nachts deren Schutz gewährleisten, da die Wilderer mehrheitlich in der Dunkelheit agieren. Auch wir durften an solchen Patrouillenflügen teilnehmen. Die morgendlichen Flüge mit den Bathawks waren unbeschreiblich schön und erlaubten uns die Vielfalt des Busches aus einer anderen Perspektive geniessen zu können.  
Da Organisationen wie das SAWC auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen sind, werden Anti-Poaching Anlässe organisiert. Anlässlich des Mandela Days gab es einen Wohltätigkeitsmarathon zugunsten Anti-Poaching Kampagnien. Auch wir haben uns nicht gescheut die 10.5km in der brütende Hitze anzugehen.

Nebenbei bleibt uns viel Zeit, auch selber unseren Aufenthalt zu gestalten. Dabei schätzen wir die vielen Studenten und Volunteers im College sehr. Regelmässig trifft man sich zu einem Braai, das südafrikanische BBQ.

Schade ist, dass das College selber wenig Interesse zeigt, den Studenten und Volunteers Freizeitaktivitäten zu bieten. Auch in Sachen Kommunikation und Organisation sehen wir Verbesserungsmöglichkeiten. Abschliessend können wir sagen, dass wir die Chance hier sein zu dürfen sehr zu schätzen wissen und uns die bisherige Zeit äusserst gefallen hat. Wir freuen uns darüber, noch einige Zeit im College verbringen zu können und sehen mit Freude in die Zukunft!

Nicolas Fröhner
Dario Bianchi

SAWC, 23.07.2014

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© Friends of African Wildlife

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